S-Bahn Stuttgart

Comedian Dominik "Dodokay" Kuhn - die S-Bahn mal auf schwäbisch

Großveranstaltungen sind wegen des hohen Fahrgastaufkommens eine besondere Herausforderung für die S-Bahn. Weil das Ein- und Aussteigen oftmals länger dauert, kommt es leicht zu Verspätungen, die sich im eng getakteten Netz der S-Bahn auf Folgezüge übertragen. „Wir wollen ausprobieren, wie schwäbisch gesprochene satirisch-humorvolle Ansagen wirken, die etwa dazu auffordern schneller einzusteigen", sagt Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der S-Bahn Stuttgart. Und er führt weiter aus: „Zusammen mit dem schwäbischen Comedian Dominik "Dodokay" Kuhn, der für seine vielen Stimmen bekannt ist, haben wir verschiedene Ansagen eingesprochen. Wir denken, dass er mit seinen Figuren unser Anliegen für eine pünktliche und zuverlässige S-Bahn pointiert vermitteln kann.“

Drei Fragen - drei Antworten

S-Bahn Stuttgart: Herr Kuhn, beginnend ab dem Frühlingsfest sind Sie in Ansagen in S-Bahnen zu hören - mit verschiedenen Dodokay-Stimmen. Was verbindet Sie mit der S-Bahn?

Dominik Kuhn: Die S-Bahn gehört für mich schon immer zu Stuttgart. Ich bin zwar Ur-Reutlinger und mein Studio ist auch immer noch dort, wohne aber seit ein paar Jahren im Stuttgarter Süden, und fast genau vor meiner Haustür ist eine Haltestelle - besser geht’s nicht, um autolos mobil zu sein, beruflich wie privat.

S-Bahn Stuttgart: Worum geht es in der Zusammenarbeit zwischen Dodokay und der S-Bahn?

Dominik Kuhn: Die Stuttgarter S-Bahn ringt ja auch um jede Sekunde, die sie in Abläufen einsparen kann, um pünktlich zu sein, und ohne jetzt gegen meine Mitfahrgäste motzen zu wollen: Man fragt sich schon, warum es immer wieder vorkommt, dass die Leute brutal langsam einsteigen, nicht alle Türen nutzen, und so weiter. Ich fand die Idee klasse, dass ich als Dodokay mit meinen diversen schwäbischen Stimmen entsprechende Fahrgastansagen einspreche, die bei den Fahrgästen noch ein bisschen mehr durchdringen als die üblichen Standardansagen.

S-Bahn Stuttgart: Die Ansagen sind gelinde gesagt nicht freundlich sondern mitunter frech. Ist das für ein Verkehrsunternehmen tatsächlich geeignet?

Dominik Kuhn: Ich finde absolut! Erstens muss nicht immer alles bierernst sein, und wie ich schon sagte, gehört die S-Bahn untrennbar zu Stuttgart und zum Schwaben. Und wir Schwaben sind halt manchmal sprachlich auch etwas direkter, um es gelinde zu sagen – „mir bruddelt gern“. Erstens wird ja niemand persönlich angesprochen, und zweitens sind meine Figuren ja auch allesamt als Satiren zu verstehen. Ich finde, die direkte Art kommt allen Passagieren zu Gute.

Die Auswahl der Dodokay-Stimmen, die als Fahrgastansagen in der S-Bahn zu hören sind haben wir hier für Sie zusammengestellt: 

Die Stimme von Heiner

Einsteigen am Frühlingsfest

Einsteigen beim Fußball

Türbereich verlassen beim Fußball

Die Stimme des Darth Vader

Türbereich verlassen beim Frühlingsfest

Türbereich verlassen beim Fußball

Einsteigen an der Haltestelle Universität

Für die "Heimkommer" am Flughafen

Hier  können Sie sich die bekannten Erklär-Filme der S-Bahn anzuschauen, warum für die S-Bahn „jede Sekunde zählt“. Auch die im Ursprung sprecherlosen Clips hat Dominik "Dodokay" Kuhn mit schwäbischem Dialekt vertont.

Zuglänge

Einsteigen

Luftballons

Erfahren Sie hier mehr über Dominik Kuhn, bekannt als "Dodokay":

Dominik „Dodokay“ Kuhn ist waschechter Schwabe bzw. Reutlinger und seit Ende der 1980er hauptberuflich als Produzent und Regisseur tätig.

Mit seinem Fun-Synchro-Konzept Die Welt auf Schwäbisch (2006) wurde er über die Grenzen des Schwabenlandes hinaus bekannt. Die ersten Folgen basierten auf der Anti-Terror-TV-Serie 24 mit Kiefer Sutherland und wurden sofort ein Kulthit auf dem damals noch sehr jungen YouTube-Kanal. Seit 2009 schreibt und produziert er die Welt auf Schwäbisch nun für das SWR-Fernsehen, und war 2011 mit seinen Synchros Teil der  SAT 1 Wochenshow. Seine erste schwäbische Comic-Übersetzung erschien 2014, und zwar Die Simpsons auf Schwäbisch.

Er ist ein stets gern gesehener Gast – mit und ohne Dialekt – in TV-Serien und Kinofilmen. So spielte er in der Mundart-Erfolgsserie Laible und Frisch mit, in Michael Kesslers Meine Heile Welt, war an der Seite von Natalia Wörner in der Kinokomödie Die Kirche bleibt im Dorf zu sehen und spielte mit Walter Schultheiß in der schwäbischen Dramedy Global Player eine Gastrolle.

Seit März 2014 ist Dominik Kuhn als Dodokay mit seiner schwäbischen Live-Comedy-Show vor ausverkauften Hallen unterwegs.

Und wenn es Herrn Kuhn dann doch mal „arg fad isch“, ist er Gastdozent für Marketing an Hochschulen und Universitäten, und er tritt mit seiner Band WELCOME TO THE PLEASUREDOME auf, einem aufwändigen und sehenswerten 1980er-Jahre-Tribute-Projekt.