S-Bahn Stuttgart

„Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht!“

Deutschlandpremiere: S-Bahn Stuttgart startet erste „Dynamische Wegeleitung mit Leuchtstreifen“ • Lichtfaserbeton des Start-ups SIUT zeigt Fahrgästen, wo der nächste Zug hält und die Türen aufgehen

(Stuttgart, 26. Februar 2018)
Wenn Fahrgäste im Bahnhof Stuttgart-Bad Cannstatt
am Gleis 2 auf die S-Bahnen der Linien 1, 2 und 3 in Richtung Hauptbahnhof
warten, sehen sie bunte Lichter blinken. Damit startet bei der Deutschen Bahn
ein bundesweit einzigartiges Pilotprojekt: Leuchtende Symbole zeigen vor der
Einfahrt des nächsten Zuges, wo der Zug hält und wo sich die Türen befinden.
Die Fahrgäste stehen damit am Bahnsteig immer an der richtigen Stelle, das
Einsteigen geht zügiger und die S-Bahn kann pünktlicher abfahren.
„Besonders im eng getakteten S-Bahn-Verkehr zählt jede Sekunde. Moderne
Mobilität heißt alles auszuprobieren, das unsere Qualität verbessert. Die
dynamische Wegeleitung mit Leuchtstreifen verbessert nicht nur den
Kundenservice am Bahnhof, sondern soll auch zu lange Haltezeiten
vermeiden", sagt Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der S-Bahn Stuttgart.


„Wir begrüßen und unterstützen die Bemühungen der S-Bahn Stuttgart, mit
dieser technischen Innovation neue Wege zu gehen“, sagte Wirtschaftsdirektor
Dr. Jürgen Wurmthaler vom Verband Region Stuttgart. Die Region hat mit der
S-Bahn Stuttgart ein Innovationsbudget vereinbart, aus der die Idee finanziert
wird.


Die innovative Lösung basiert auf im Bahnsteigboden verlegten
Lichtfaserbetonplatten, die die Berliner Jungunternehmer SIUT im
DB StartupXpress, dem Gründer-Förderprogramm der Deutschen Bahn,
entwickelt haben.


„Unser Lichtfaserbeton zeigt Symbole, die intuitiv verständlich sind und mit
denen sich Fahrgäste besser orientieren können“ erklärt Vincent Genz,
Geschäftsführer von SIUT. „Dank der innovativen Software unseres Londoner
Partners OpenCapacity können wir Fahrgästen am Bahnsteig auch anzeigen, in
welchen Wagen es noch freie Plätze gibt“.


Die Auslastung wird zunächst in drei Testzügen gemessen. Dazu werden
Videodaten der bestehenden Kameras ausgewertet, selbstverständlich nach
geltenden Datenschutzvorgaben, und die jeweilige Belegung der Wagen digital
übermittelt. Der leuchtende Bahnsteig markiert dann die Position der
unterschiedlich stark belegten Wagen mit grünen, gelben oder roten Symbolen.
Bei erfolgreicher Kundenresonanz will die DB weitere Bahnsteige in
Deutschland zum Leuchten bringen.

Zahlen und Daten

  • Auf der Bahnsteiglänge von 210 Metern an Gleis 2 sind 670 Lichtfaserbetonplatten mit den Maßen 30x30x8 Zentimeter verbaut.
  • 2.010 LED zeigen mit 14.740 Leuchtpunkten zwei Minuten vor der Einfahrt des nächsten Zuges Halte- und Türpositionen an.
  • Pulsierende weiße Pfeile weisen Fahrgäste zur gelb markierten Halteposition der unterschiedlich langen Züge. Weiße Unterbrechungen zeigen an, wo sich die Türen befinden.
  • In drei Testzügen wird in Echtzeit die Auslastung, jeweils eine Station vor Bad Cannstatt, erfasst. Anschließend wird Kunden in Bad Cannstatt der Auslastungsgrad über rote, gelbe und grüne Lichtsignale angezeigt.

SIUT

  • Seit 2012 forschen die Gründer von SIUT zu den Komponenten Beton und Licht. 2015 wurde das Start-up in Berlin gegründet und nahm 2016 am Start-up-Förderprogramm der Bahn in der DB mindbox in Berlin teil.
  • Für den ersten leuchtenden Bahnsteig kooperiert SIUT mit dem Londoner Start-up OpenCapacity. Die Firma ermittelt in Echtzeit die Auslastung in Bussen und Bahnen und erstellt Prognosen über Passagierflüsse.

S-Bahn Stuttgart

  • Die S-Bahn Stuttgart ist Innovationsvorreiter für moderne Mobilität. Unter anderem geht sie bei der Fahrgastinformation mit Monitoren in den Fahrzeugscheiben neue Wege. Weiter können Fahrgäste über QR-Codes in den Fahrzeugen mit ihren Smartphones schnelles Feedback zur Fahrt geben. Und nicht zuletzt machen vier sogenannte Fahrgastinformationsmanager den DB Streckenagent zur idealen Pendlerund Vielfahrer-App der S-Bahn.

DB mindbox

  • Die DB mindbox ist der Coworking Space der Deutschen Bahn in Berlin. Start-ups und DB-Mitarbeiter arbeiten gemeinsam an Innovationen auf Basis von digitalen Technologien, um das Verkehrsmittel Bahn nachhaltig attraktiver und wettbewerbsfähiger zu machen. Die DB mindbox beheimatet das Programm „DB StartupXpress“, in dem Gründer die Zukunft der Bahn mitgestalten können.