S-Bahn Stuttgart

Deutsche Bahn modernisiert S-Bahn-Stammstrecke

Geänderte Linienführung und Halbstundentakt während der Sommerschulferien. Busse auf zwei Linien ersetzen die innerstädtischen S-Bahn-Züge. Nord-Netz erhält eine Direktverbindung nach Stuttgart-Vaihingen. Fahrgäste der S-Bahn profitieren künftig von einem modernen und freundlichen Erscheinungsbild der Stationen, leistungsfähigerem WLAN im Tunnel und Angebotsausweitungen im Digitalen Knoten Stuttgart.

(Stuttgart, 16.Juli 2021) Die Metropolregion Stuttgart wird der erste digitalisierte Bahnknoten in Deutschland und ist damit Vorzeigeprojekt für die Digitale Schiene. Bedeutender Bestandteil dieses Bahnknotens ist die als Stammstrecke bezeichnete innerstädtische Tunnelstrecke der S-Bahn zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen. Im Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Schwabstraße sind alle Linien unterwegs. Alle 2,5 Minuten fährt hier tagsüber eine S-Bahn in jede Richtung. Die größtenteils aus drei Fahrzeugen zusammengekuppelten S-Bahnen sind im öffentlichen Schienenpersonenverkehr der Region die Züge, die den Kunden am meisten Platz bieten. Zusammen mit der engen Taktung macht das die S-Bahn zum Rückgrat des ÖPNV im Ballungsraum.

Im Vorfeld der anstehenden Digitalisierungsarbeiten im Bahnknoten Stuttgart werden die Gleisanlagen und die S-Bahn-Stationen Hauptbahnhof (tief), Stadtmitte, Feuersee, Schwabstraße und Universität modernisiert. Besonderes Augenmerk gilt dabei in diesem Jahr den Gleisanlagen sowie der am stärksten frequentierten Station Stuttgart Hauptbahnhof (tief), an der in üblichen Zeiten bis 150.000 Fahrgäste am Tag ein- und aussteigen. Dazu wird umfassend investiert: Von der Bahn fließen rund 32 Millionen Euro in ein modernes und helleres Erscheinungsbild der Stationen. Die Erneuerung von Gleisen und Weichen umfasst sechs Millionen Euro. Wegen ihres großen Umfangs können die Arbeiten nicht während der geplanten Instandhaltungsfenster ausgeführt werden, (2021: insgesamt 26 Nächte jeweils von Montag auf Dienstag). Sie benötigen einen längeren zusammenhängenden Zeitraum. Deshalb wird die Stammstrecke nun zum ersten Mal seit 1978 sechs Wochen für den Zugverkehr gesperrt. Damit möglichst wenige Fahrgäste davon beeinträchtigt werden, findet die Sperrung während der Sommerferien vom 31. Juli bis zum Betriebsbeginn am 13. September 2021 statt.

Geänderte Linienführung und durchgängiger Halbstundentakt bei der S-Bahn

Die Fahrgäste müssen sich während der Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke auf längere Fahrtwege und Umsteigeverbindungen einstellen. Die S-Bahnen fahren die Stuttgarter Stationen Hauptbahnhof (tief), Stadtmitte, Feuersee, Schwabstraße, Universität und Österfeld nicht an und werden ohne Halt zwischen Hauptbahnhof und Vaihingen umgeleitet. Zentraler Punkt im Liniennetz der S-Bahn wird Stuttgart Hauptbahnhof. Der bestehende Kopfbahnhof hält fünf Gleise für den regionalen S-Bahn-Betrieb bereit. Auf allen S-Bahn-Linien fahren die Züge jeweils im 30-Minuten-Takt und weitgehend zu den gewohnten Zeiten. In den Außenbereichen ergänzen die eigens während der Bauarbeiten eingesetzten Linien S12 und S15 die Verkehre auf bestimmten Streckenabschnitten zum gewohnten 15-Minuten-Takt. Mit der Linie S15 zwischen Bietigheim und Herrenberg erhält auch das Nord-Netz eine Direktverbindung nach Vaihingen in den Süden Stuttgarts – mit Umfahrung der Innenstadt über Stuttgart-West.

Die Kunden können bereits heute die Zugverbindungen in der elektronischen Fahrplanauskunft auf mbahn.de, in der App DB Navigator, der Mobility Stuttgart App und VVS Mobil sowie unter www.bahn.de/reiseauskunft abrufen. Darüber hinaus hat die Bahn an größeren S-Bahn-Stationen digitale Vitrinen installiert, um Fahrgäste über Änderungen im S-Bahn-Verkehr zu informieren.

Das ist die komplette Linienübersicht im Einzelnen

S1 Kirchheim (Teck)–Herrenberg
Die Linie S1 hält in Stuttgart Hauptbahnhof oben und wird zwischen Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen über Stuttgart West umgeleitet. Die S1 fährt im Halbstundentakt.

S12 Esslingen (Neckar)–Schorndorf
Die Baulinie S12 fährt von Montag bis Freitag im Halbstundentakt zwischen Esslingen (Neckar) und Schorndorf über Stuttgart-Bad Cannstatt. Dadurch ergibt sich auf den Linienabschnitten zwischen Esslingen (Neckar) und Stuttgart-Bad Cannstatt sowie zwischen Stuttgart-Bad Cannstatt und Schorndorf der gewohnte tagsüber durchgängige 15-Minuten-Takt.

S15 Bietigheim–Herrenberg
Die Baulinie S15 fährt von Montag bis Freitag im Halbstundentakt ohne Halt in Stuttgart Hauptbahnhof. Mit der Umfahrung der Innenstadt über Stuttgart-West bietet sie für das Nord-Netz eine Direktverbindung von und nach Stuttgart-Vaihingen.

S2 Schorndorf–Stuttgart Hauptbahnhof oben
Die Linie S2 fährt im Halbstundentakt zwischen Schorndorf und Stuttgart Hauptbahnhof oben. Von und nach Filderstadt fährt die Linie S23.

S23 Backnang–Filderstadt
Die Linie S23 hält in Stuttgart Hauptbahnhof oben und wird zwischen Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen über Stuttgart West umgeleitet. Die S23 fährt im Halbstundentakt.

S30 Stuttgart-Vaihingen–Stuttgart-Flughafen/Messe

Mit dem Zugpendel der S30 im Halbstundentakt kann das gewohnte Zugangebot zwischen Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart Flughafen-Messe sichergestellt werden.

S4 Backnang/Marbach am Neckar–Stuttgart Hauptbahnhof oben
Die Linie S4 fährt im Halbstundentakt.

S5 Bietigheim-Bissingen–Stuttgart Hauptbahnhof oben
Die Linie S5 fährt im Halbstundentakt.

S6 Weil der Stadt–Stuttgart Hauptbahnhof oben
Die Linie S6 fährt im Halbstundentakt. Zusammen mit der S60 ergibt sich von Montag bis Samstag im Linienabschnitt zwischen Renningen und Stuttgart-Zuffenhausen der gewohnte tagsüber durchgängige 15-Minuten-Takt.

S60 Böblingen–Renningen/Stuttgart-Zuffenhausen
Die Linie S60 fährt von Montag bis Samstag im Halbstundentakt zwischen Böblingen und Stuttgart-Zuffenhausen. Sonntags pendelt die S60 im Halbstundentakt zwischen Böblingen und Renningen.

Zwei separate Buslinien ersetzten S-Bahn im innerstädtischen Verkehr

Die innerstädtischen S-Bahn-Stationen der Stammstrecke werden während der Bauarbeiten mit Bussen angefahren. Um den Schienenersatzverkehr (SEV) auf der Straße zuverlässig fahren zu können, werden zwei separate Ersatzbuslinien eingerichtet. Die beiden Busrouten treffen zum Umsteigen an der Universität zusammen.

Die Linie SEV1 fährt vom Hauptbahnhof/Arnulf-Klett-Platz über Stadtmitte/Rotebühlplatz (Wilhelmsbau), Feuersee, Schwabstraße, Westbahnhof zur Universität Vaihingen (Montag bis Freitag im 5-Minuten-Takt, am Wochenende im 10- bzw. 15-Minuten-Takt, sowie freitags und samstags auch im Nachtverkehr).

Die Linie SEV2 fährt von Universität Vaihingen über Stuttgart-Österfeld nach Stuttgart-Vaihingen (Montag bis Samstag im 20-Minuten-Takt, Samstagsabend und sonntags setzt die S-Bahn Busse auf Bestellung (On-Demand) ein. Alternativ fahren Busse der SSB-Linie 82).

Maßgeblich für den ÖPNV in der Landeshauptstadt sind darüber hinaus auch die innerstädtischen Stadtbahn- und Buslinien. Für diese sind in diesem Sommer keine Baumaßnahmen vorgesehen. Von Stuttgart-Bad Cannstatt fahren die Stadtbahnlinien U1 und U2 in Richtung Innenstadt – unter anderem zum Charlottenplatz. Die Verbindungen der Stadtbahn zwischen Vaihingen und Innenstadt werden ausgeweitet. Die U34 Vogelsang–Rotebühlplatz–Heslach wird dann in der Hauptverkehrszeit bis Vaihingen verlängert.

Auf der Expressbuslinie X60 Leonberg­–Flughafen/Messe fahren die Busse zwischen Leonberg und Universität in dichterem Takt. An der Universität besteht Anschluss an die beiden Ersatzbuslinien der S-Bahn. 

Die Verlängerung der U34 und die Taktverdichtung der Expressbuslinie X60 finanziert der Verband Region Stuttgart. 

RegioRad als Alternative für kurze Entfernungen

Im Innenstadtbereich ist für kurze Entfernungen auch das Fahrrad eine Alternative. Hier bieten sich die Leihfahrräder und -pedelcs von RegioRadStuttgart an. Das Bikesharing-System von Landeshauptstadt Stuttgart und Deutscher Bahn hat zahlreiche Verleihstationen in der City. Wer eine VVS-polygocard besitzt, hat bei jedem Ausleihen 30 Freiminuten. 

Busse am Wochenende flexibel bestellen

Während der Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke fahren am Wochenende in Stuttgart On-Demand-Busse auf individuell von den Fahrgästen bestimmten Routen zwischen Innenstadt und Vaihingen. Die Busse sind auf Abruf (On-Demand) per App oder telefonisch samstags abends und sonntags tagsüber sowie samstags und sonntags nachts unterwegs. Weitere Informationen finden Sie hier

Anpassungen im Fahrplan auch beim Fern- und Regionalverkehr

Der S-Bahn-Betrieb über Stuttgart Hauptbahnhof oben sowie weitere Bauarbeiten auf den Zulaufstrecken nach Stuttgart führen auch zu Anpassungen in den Fahrplänen von Fern- und Regionalverkehr. Die IC-Linie 30 Hamburg–Köln–Stuttgart wird überwiegend nach Karlsruhe umgeleitet. Die ICE-Linie 47 Dortmund–Köln–Stuttgart endet und beginnt vorzeitig in Heidelberg. Bei der IC-Linie 87 Zürich–Singen–Stuttgart ist der Linienverlauf wegen zusätzlicher Bauarbeiten auf der Gäubahn ebenfalls verkürzt. Fahrplanänderungen im Regionalverkehr betreffen die Linien IRE 6 Stuttgart–Tübingen–Aulendorf, RE 8 Stuttgart–Heilbronn–Würzburg, RB 14 a/b Stuttgart–Rottweil/Freudenstadt, RB 17 a/b/c Stuttgart–Mühlacker– Pforzheim/Bruchsal. Die Bahn informiert darüber rechtzeitig.

Fahrgäste können VVS-Angebote mit Zeitbeschränkungen früher nutzen

Abonent:innen, die ein Ticket des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS) mit einer Zeitbeschränkung haben, erhalten mehr Flexibilität. Sie können die VVS-Tickets während der Sperrung der Stammstrecke schon eine halbe Stunde früher nutzen. Das sind die vorübergehend neuen Zeitregelungen:

  • Das 9-Uhr-Ticket und das 14-UhrJuniorTicket gelten von Montag bis Freitag bereits ab 8.30 Uhr.
  • Die Ausweise der Studierenden gelten montags bis freitags bereits ab 17.30 Uhr als VVS-Ticket.
  • Die unentgeltliche Mitnahmeregelung (einer erwachsenen Person und aller eigenen Kinder oder bis zu 3 Kinder – jeweils 6 bis 17 Jahre) beim TicketPlus beginnt montags bis freitags schon um 18.30 Uhr. Ab 18.30 Uhr am Freitag wird beim TicketPlus die netzweite Gültigkeit vorgezogen.
  • Für die Mitnahme von Fahrrädern in S-Bahnen ist von montags bis freitags ein Kinderticket nur noch im Zeitraum 6 bis 8.30 Uhr notwendig.

Für Sie im Einsatz

Umfangreiche Modernisierungen an Strecke und Stationen

Im Tunnel der S-Bahn-Stammstrecke erneuert die DB alle zwölf Weichen und tauscht zwischen dem Bahnhof Stuttgart-Vaihingen und dem Beginn des S-Bahn-Tunnels in Stuttgart-Österfeld 2,4 Kilometer Gleise vollständig aus. Die neuen Gleisanlagen verbessern die Zuverlässigkeit der Strecke und tragen zu einem stabileren S-Bahn-Verkehr bei.

Profitieren werden die Fahrgäste auch von der umfassend modernisierten S-Bahn-Station am Hauptbahnhof:

  • Heller, moderner Bodenbelag in der gesamten S-Bahn-Station erhöht das Sicherheitsgefühl
  • Neue Wand- und Deckenverkleidung steigert die Aufenthaltsqualität
  • Neue Sitzbänke und Ausstattungselemente laden zum Verweilen ein
  • Neue Fahrttreppe sowie Wand- und Bodenbeläge werten die Zugänge auf
  • Taktiles Wegeleitsystem und Brailleschriftbilder sorgen für eine weitreichende Barrierefreiheit 

Die Deutsche Bahn setzt die Modernisierung an den weiteren Stationen während der Sommerferien des nächsten Jahres fort.

Um die Mobilfunkabdeckung im Tunnel deutlich zu verbessern, ersetzt Vodafone zwischen Stuttgart-Österfeld und Stuttgart-Bad Cannstatt die an der Strecke bereits vorhandenen Repeater und baut zusätzlich neue ein. Dadurch können Fahrgäste digitale Services – wie etwa das innovative Zugportal in den S-Bahnen – zuverlässiger nutzen. Alle Fahrzeuge der S-Bahn Stuttgart sind seit 2019 komplett mit WLAN ausgestattet.

Visualisierung der neuen S-Bahn-Station Hauptbahnhof (tief)

Im nächsten Jahr beginnt die DB mit Kabelverlegungsarbeiten an der Strecke als erste Maßnahmen für den Digitalen Knoten Stuttgart. In den folgenden Jahren wird dann unter anderem die Strecke mit der Leit- und Sicherungstechnik ETCS ausgestattet und die neue S-Bahn-Station Mittnachtstraße angebunden. Auch hier profitiert der Kunde: Die S-Bahn kann ihr Angebot ausweiten und in der Qualität verbessern. Allein auf der S-Bahn-Stammstrecke wird der Bahnverkehr um mindestens 20 Prozent leistungsfähiger.

Mit der im Digitalen Knoten Stuttgart (DKS) pilotierten digitalen Leit- und Sicherungstechnik (DLST) wird ein wesentlicher Teil der LST auf das Fahrzeug verlagert. Dargestellt ist der Endzustand im Horizont 2030 (mit Baustein 3 des DKS), exemplarisch am Beispiel einer S-Bahn. Die Ausrüstung erfolgt entsprechend dem Betrieblich-Technischen Zielbild der Digitalen Schiene Deutschland.