S-Bahn Stuttgart

Die ‚Leuchtende Bahnsteigkante‘ der S-Bahn Stuttgart erhält den Deutschen Mobilitätspreis 2018

Auszeichnung als Leuchtturmprojekt für nachhaltige Mobilität

Mit ihrer ‚Leuchtenden Bahnsteigkante‘ gehört die S-Bahn Stuttgart zu den zehn Preisträgern des Deutschen Mobilitätspreises, der in diesem Jahr zum dritten Mal ausgerufen wurde.

S-Bahn-Chef Dirk Rothenstein: „Im vergangenen Jahr wurde die leuchtende Bahnsteigkante bereits mit dem DB Award geehrt und nun mit dem Deutschen Mobilitätspreis. Über diese weitere hohe Auszeichnung für unser Projekt freuen wir uns sehr. Sie zeigt, dass großes Potenzial in dieser Idee steckt.“

Seit März 2018 testet die S-Bahn Stuttgart die leuchtende Bahnsteigkante im Bahnhof Bad Cannstatt. Lichtfaserbeton-Platten bringen Symbole im Bodenbelag zum Leuchten, die den Fahrgästen am Gleis 2 die für sie günstigen Wartepositionen bereits vor Einfahrt des Zuges anzeigen und ihnen so die Orientierung auf dem Bahnsteig erleichtern sollen. „Damit wollen wir zu lange Haltezeiten vermeiden“, sagt Rothenstein. Im Testbetrieb soll sich zeigen, in wie weit sich damit die Pünktlichkeit stabilisieren lässt.

Denn wie in anderen Metropolen ist auch in Stuttgart die vorhandene Infrastruktur der S-Bahn an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Bei der minimal möglichen Zugfolge von 2,5 Minuten können auf der Stammstrecke nur 24 S-Bahnen pro Stunde und Richtung fahren. Dadurch ist die Zeit für das Ein- und Aussteigen an den Stationen stark begrenzt. Bei der engen Taktung führt aber jede Zeitüberschreitung beim Halt zu Folgeverspätungen, die wiederum weitere S-Bahnen beeinträchtigen.

Die leuchtende Bahnsteigkante wurde als innovative Lösung für genau dieses Problem im Start-up-Förderprogramm der Deutschen Bahn in der „DB mindbox“ in Berlin gemeinsam mit dem Start-up SIUT für die erstmalige Anwendung bei der S-Bahn Stuttgart entwickelt.

„Mit der leuchtenden Bahnsteigkante setzen wir erstmals einen Service ein, der noch nicht ausgereift ist. Das erfordert ein Umdenken bei allen Beteiligten. Wir wollen die Testphase nutzen, um an Optimierungen des Systems zu arbeiten“, fasst Dirk Rothenstein zusammen. Aktuell werden geänderte Anzeigeszenarien darauf hin getestet, ob sie für den Kunden intuitiv verständlicher sind. Um die Wirkung der Anzeigen festzustellen, messen Sensoren die Personenströme auf dem Bahnsteig. Bis Ende dieses Jahres will die S-Bahn auswerten, wie sich die Leuchtstreifen bewähren.

Über den Deutschen Mobilitätspreis
Im Rahmen des Wettbewerbs prämieren die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Wettbewerbsjahr 2018 wegweisende Best-Practice-Projekte zum Schwerpunktthema Nachhaltigkeit.

Deutschlandweit bewarben sich rund 250 Start-ups, Unternehmen, Verbände und Forschungsinstitutionen mit ihren Projekten um die bundesweite Auszeichnung.

Folgende Mitglieder der Plattform „Digitale Netze und Mobilität“ des Digital-Gipfels unterstützen den Deutschen Mobilitätspreis: Continental Automotive GmbH, Deutsche Bahn AG, Deutsche Telekom AG, Ericsson GmbH, Esri Deutschland GmbH, Huawei Technologies Deutschland GmbH und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V.

Zahlen und Daten
Auf der Bahnsteiglänge von 210 Metern an Gleis 2 sind 670 Lichtfaserbetonplatten mit den Maßen 30x30x8 Zentimeter verbaut.
2.010 LED zeigen mit 14.740 Leuchtpunkten zwei Minuten vor der Einfahrt des nächsten Zuges Halte- und Türpositionen an.

Über SIUT
Seit 2012 forschen die Gründer von SIUT zu den Komponenten Beton und Licht. 2015 wurde das Start-up in Berlin gegründet und nahm 2016 am Start-up-Förderprogramm der Bahn in der DB mindbox in Berlin teil.
Für den ersten leuchtenden Bahnsteig kooperiert SIUT mit dem Londoner Start-up OpenCapacity. Die Firma ermittelt in Echtzeit die Auslastung in Bussen und Bahnen und erstellt Prognosen über Passagierflüsse.

Mehr Informationen zu SIUT erhalten Sie hier.

S-Bahn Stuttgart
Die S-Bahn Stuttgart ist Innovationsvorreiter für moderne Mobilität. Unter anderem geht sie bei der Fahrgastinformation mit Monitoren in den Fahrzeugscheiben neue Wege. Weiter können Fahrgäste über QR-Codes in den Fahrzeugen mit ihren Smartphones schnelles Feedback zur Fahrt geben. Und nicht zuletzt machen vier sogenannte Fahrgastinformationsmanager den DB Streckenagent zur idealen Pendlerund Vielfahrer-App der S-Bahn.

DB mindbox
Die DB mindbox ist der Coworking Space der Deutschen Bahn in Berlin. Start-ups und DB-Mitarbeiter arbeiten gemeinsam an Innovationen auf Basis von digitalen Technologien, um das Verkehrsmittel Bahn nachhaltig attraktiver und wettbewerbsfähiger zu machen. Die DB mindbox beheimatet das Programm „DB StartupXpress“, in dem Gründer die Zukunft der Bahn mitgestalten können.