S-Bahn Stuttgart

Größte WLAN-Flotte geht an den Start

S-Bahn Stuttgart: Vorreiter in Sachen WLAN an Bord • Investitionsvolumen: fast fünf Millionen Euro • Vollständige Ausrüstung bis Sommer 2019

Die S-Bahn Stuttgart geht online! Gemeinsam mit dem Besteller Verband Region Stuttgart wurde am 24.10.2017 in Plochingen eins von bisher vier mit WLAN ausgerüsteten Fahrzeugen vorgestellt. Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der S-Bahn Stuttgart, und Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling haben damit den Fahrgästen das Startsignal für kostenloses Internet-Surfen in der S-Bahn gegeben.

Vollständige Ausrüstung bis Mitte 2019

Die Fahrzeuge werden ab sofort auf den S-Bahn-Linien S4, S5 und S6/S60 eingesetzt. Bis Mitte 2019 rüstet die S-Bahn Stuttgart mit Unterstützung des Verbands Region Stuttgart über 150 S-Bahn Fahrzeuge und 5 Regionalzüge mit einem drahtlosen Internetzugang aus. Dies ist nicht nur ein weiterer wichtiger Beitrag zu einem attraktiven öffentlichen Nahverkehr, sondern auch das erste Mal, dass den Fahrgästen in einem gesamten S-Bahn Netz der mobile Zugang zum Internet ermöglicht wird.

Nutzen für Pendler und Vielfahrer im Fokus

„Gerade für Pendler bietet WLAN in S-Bahnen die Möglichkeit, den Arbeitstag langsam beginnen oder ausklingen zu lassen. Das bringt einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Auto“, sagt Dr. Nicola Schelling vom Verband Region Stuttgart. Doch das Auto hole auf. „Deshalb sind wir dabei, weitere Anwendungen für Digitalisierung im Sinne eines noch attraktiveren S-Bahn-Verkehrs ins Auge zu fassen“, führt sie mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen zur elektronischen Signalisierung ETCS aus. 
Der Verband Region Stuttgart und die S-Bahn Stuttgart investieren für die Technik sowie für den Betrieb, der zunächst auf sechs Jahre angelegt ist, gemeinsam insgesamt fast fünf Millionen Euro.

"Rund 40 Kilometer Kabel für alle Fahrzeuge"

„Für die Ausstattung eines Fahrzeugs mit WLAN planen wir rund drei Arbeitstage ein. So schaffen wir bis zu zwei S-Bahnen in der Woche“, sagt  Projektleiter Roman Scharmach. Als die vier wichtigsten Bauteile pro Fahrzeug zählt Scharmach auf:

  • Den Box-PC bestehend aus Rechner, Router, Modem und Festplatte, auf der unter anderem das Informationsangebot und die Unterhaltungselemente für die User hinterlegt sind
  • Drei Access-Points mit je einer Innenantenne, die die Signale der Endgeräte der Kunden an den Router übermitteln
  • Zwei Außenantennen unter anderem zur Verbindung mit dem Mobilfunk
  • etwa 260 Meter Leitungen für Datenfluss, Stromversorgung und Antennenanschluss

„Wenn wir im kommenden Sommer alle 423er mit WLAN ausgestattet haben, dann haben wir rund neun Kilometer Stromversorgungsleitungen, fünf Kilometer Datenleitungen und zwei Kilometer Antennenleitungen verlegt. Für die gesamte Fahrzeugflotte sind das am Ende über 40 Kilometer Kabel “, fasst der Projektleiter Scharmach den WLAN-Einbau zusammen.

Das für das WLAN zugrunde liegende IT-System wurde von der DB Fahrzeuginstandhaltung unter dem Produktnamen Colibri (steht für „Coach Link for Broadband Information Exchange“) entwickelt. Die Produktangebote Colibris sind in einem eigenen Netzwerk verbunden. Die Entwicklung innovativer Produktlösungen ist damit unabhängig von dem Fahrzeug, in dem sie eingesetzt wird. Darüber hinaus bietet das System genügend Speicherkapazitäten für Informationsangebote und Unterhaltungselemente, auf die die Nutzer permanent störungsfrei zugreifen können. 

Attraktives S-Bahn Portal

Mit dem neuen S-Bahn Portal bietet die S-Bahn Stuttgart zudem viele nützliche Informationen rund um die Region Stuttgart, Tipps zu Ausflügen und Veranstaltungen, aktuelle News sowie Service- und Unterhaltungsangebote, mit denen man sich die Fahrtzeit ebenfalls verkürzen kann.

„Wir wollen das WLAN-Portal Zug um Zug um Services erweitern, die unseren Fahrgästen einen Mehrwert bieten. Wir haben zum Beispiel die Idee, dass sich die Kunden in Zukunft ihre Anschlussmobilität wie etwa das RegioRad über das Portal organisieren können“, gibt Dr. Dirk Rothenstein, einen Ausblick für die Zukunft.