S-Bahn Stuttgart

Weg vom Gleis - oder es kracht!

Die Anlässe, aus denen Kinder oder Erwachsene Gleise und Bahnanlagen betreten, sind vielfältig. Kinder wollen nur spielen, Wasenbesucher auf dem Nachhauseweg vielleicht den Weg abkürzen oder Teenager kurz ein Selfie machen. Doch sie alle haben eines gemeinsam – und zwar die Ahnungslosigkeit im Hinblick auf die Gefahren.

Sätze wie “Ich passe ja auf!“ sind typisch für Personen, die die Gefahren auf die leichte Schulter nehmen. Doch durch das Betreten der Gleise begeben sich immer wieder Menschen unbedacht in Lebensgefahr. Und ganz abgesehen von den Gefahren für Leib und Leben führen solche leichtfertigen Aktionen auch immer zu erheblichen Störungen im Bahnbetrieb. Insbesondere wenn Kinder in der Nähe von Gleisen gesehen werden, wird diese Strecke immer sofort vorsorglich gesperrt. Die damit entstehenden Verspätungen sind erheblich und auch Zugausfälle, die durch Personen im Gleis verursacht wurden, haben bei der S-Bahn Stuttgart in 2017 einen neuen Höchststand erreicht. Es gibt daher viele Gründe, warum es wichtig ist, über die Gefahren aufzuklären.

Zusammenarbeit mit der Hochschule der Medien Stuttgart

Die S-Bahn Stuttgart hat gemeinsam mit dem Studiengang Werbung und Marktkommunikation der Hochschule der Medien die Kampagne „Weg vom Gleis – oder es kracht“ entwickelt. Diese Kampagne will auf plakative und eindringliche Weise auf die potenzielle Gefahrenlage aufmerksam machen (Sensibilisierung), Menschen vor Risiken schützen und eine Verhaltensänderung erwirken (Prävention).

Die durch unbefugte Eingriffe in den Betrieb der S-Bahn verursachten Zugausfälle haben im vergangenen Jahr wiederum einen neuen Höchststand erreicht. Dies war Anlass für die S-Bahn Stuttgart mit einer Studentengruppe der Stuttgarter Hochschule der Medien um Prof. Dr. Andreas Baetzgen eine Kampagne zu initiieren, mit der die Fahrgäste der S-Bahn und die Festbesucher geradlinig auf die vielfältigen Gefahrenquellen des Eisenbahnverkehrs aufmerksam gemacht.

"Die Kampagne zeigt, dass Spaß, Leichtsinn und Gefahr im Leben häufig ganz dicht beieinander liegen“, sagt Prof. Dr. Andreas Baetzgen. Jannika Seybold, Studentin im Studiengang Werbung und Marktkommunikation, ergänzt: "Wenn man ein Bewusstsein für Gefahren schaffen möchte, muss man diese klar benennen. Unsere Kampagne redet deshalb nicht um das Problem herum, sondern sagt klipp und klar: Weg vom Gleis - oder es kracht!“ Die Kampagne setzt gezielt auf Plakate und die Sozialen Medien. „Wir wollen die Menschen direkt und aufmerksamkeitsstark an den Gefahrenpunkten ansprechen“, so Baetzgen.

Die Kampagne startet zu Beginn des Frühlingsfestes am 21. April. „Frühlings- und Volksfest in Bad Cannstatt haben für uns als S-Bahn eine große Bedeutung. Wir wollen das große Festpublikum sicher und zuverlässig hin und zurück bringen“, sagt Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der S-Bahn Stuttgart. „Leider machen sich aber die Festtage auch bei unserer Pünktlichkeit bemerkbar. Wir stellen zunehmend fest, dass die Gefahren des Bahnbetriebs immer leichtsinniger unterschätzt werden. Deshalb: Damit die gute Laune ungetrübt bleibt, gehört zum Feiern und Spaß haben auch das sichere Verhalten auf Bahnanlagen und in unseren Zügen.“

Die Motive der Kampagne finden Sie hier im Anschluss:


Eine S-Bahn hat ganz schön viel Masse – und zwar über 105 Tonnen. Streckensperrungen und Verspätungen sind deshalb, beim unbefugten Betreten der Gleise, noch das kleinere Übel. Genauer gesagt: Wer die Gleise betritt, begibt sich in Lebensgefahr! Technische Fahrzeugdaten findest Du hier


Ein Zug kann Hindernissen nicht ausweichen und aus dem Gewicht und der Geschwindigkeit einer S-Bahn resultiert ein entsprechend langer Bremsweg. Bei einer S-Bahn beträgt dieser im Durchschnitt etwa 500 Meter, er kann jedoch je nach Bedingungen auch mal länger als 1000 Meter werden. Bevor die S-Bahn zum Stehen kommt, ist es deshalb oft schon zu spät.


“Wenn eine Bahn kommt merke ich das ja.“ ist aus vielen Gründen eine leichtsinnige Aussage. Einer dieser Gründe ist, dass Züge leiser sind, als man oft denkt. Auf das Gehör ist in diesem Fall also kein Verlass!


Selbst wenn gerade keine S-Bahn in der Nähe ist, geht von den Gleisen noch eine weitere Gefahr aus: die 15.000 Volt der Oberleitung. Bereits bei einem Abstand von weniger als 1,5 Metern kann es zum tödlichen Spannungsüberschlag kommen. Das gilt auch für abgestellte Züge. Daher gilt: Weg von der Oberleitung!

Standpunkt - von Jonas Große, Pressesprecher der Bundespolizeidirektion Stuttgart:

"Die Sicherheitskampagne der S-Bahn Stuttgart deckt sich in vollem Maße mit den präventiven Zielsetzungen der Bundespolizei, die auf dem Gebiet der Bahnanlagen zuständig ist. Die Gefahren, die im und am Gleis lauern, werden auch aus bundespolizeilicher Erfahrung sehr oft unterschätzt. Gleisüberschreitungen, unachtsames Verhalten an der Bahnsteigkante und gefährliche Mutproben im Gleisbereich kommen leider immer wieder vor. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dieses Thema so offensiv anzusprechen und ins Bewusstsein zu rufen, damit lebensgefährliche Situationen erst gar nicht entstehen. Die Bundespolizei in Stuttgart hofft, dass die Kampagne erfolgreich verläuft und möglichst viele Menschen erreicht werden."

Unfallprävention im Bahnverkehr

„Wir wollen, dass Du sicher ankommst!“ Mit umfangreichen Kampagnen informiert die Deutsche Bahn seit Jahren über richtiges Verhalten an Bahnanlagen. Dabei werden nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene über die Risiken des Fehlverhaltens aufgeklärt. Umfangreiches Informationsmaterial findest Du hier